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Hintergrundinformationen zu den Ergebnissen

Treibhauspotenzial (GWP)
Das Treibhauspotenzial (englisch: Global Warming Potential, Greenhouse Warming Potential oder GWP) ist der potenzielle Beitrag eines Stoffes zum Treibhauseffekt, der als wichtiger Einflussfaktor auf den Klimawandel gilt. Der Beitrag der verschiedenen Treibhausgase wird stets im Vergleich zum Treibhauspotenzial von CO2 ermittelt (siehe auch CO2-Äquivalent).
Das Treibhauspotenzial gilt als einer der wichtigsten Indikatoren für die Umweltwirkung eines Produkts.

CO2-Äquivalent

Das CO2-Äquivalent ist eine Einheit, mit der beschrieben wird, welchen Beitrag ein Stoff zum Treibhauseffekt hat. Das Treibhauspotenzial von verschiedenen Gasen wird dabei im Verhältnis zur Wirkung von Kohlendioxid (CO2) angegeben.
Beispiele:
- Wasserstoff (H2): 5,8 CO2-Äquivalente
- Methan (CH4): 25 CO2-Äquivalente
- Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW): ca. 14.400 CO2-Äquivalente

Beispielsweise beträgt das CO2-Äquivalent für Methan 25: Das bedeutet, dass ein Kilogramm Methan 25-mal stärker zum Treibhauseffekt beiträgt als ein Kilogramm CO2.

Eutrophierungspotenzial (EP)
Unter Eutrophierung bzw. Nährstoffeintrag wird eine Anreicherung von Nährstoffen in Wasser oder Boden verstanden. Diese führt in Seen und Flüssen zunehmend zu extensivem Algenwachstum – die Gewässer „kippen um". Ursache für die Überdüngung sind insbesondere Phosphor- und Stickstoffverbindungen aus der Luft, Abwässern und Düngemitteln.
Das Eutrophierungspotenzial wird durch das sogenannte Phosphat-Äquivalent ( PO4-Äquivalenten) ausgedrückt. Dieses gibt an, welchen Anteil ein Stoff im Vergleich zu Phosphat zur Überdüngung beiträgt.

Ozonbildungspotenzial (POCP)
Während Ozon in der Stratosphäre eine Schutzfunktion hat, ist bodennahes Ozon ein hoch reaktives schädliches Spurengas. Ein zu geringer Gehalt an Ozon in der Atmosphäre führt zur Gefährdungen der Umwelt (siehe Ozonschichtabbaupotenzial), ein zu hoher Ozongehalt in Bodennähe wirkt sich schädlich auf Mensch und Tier aus (Sommersmog).
Das Ozonbildungspotenzial (Photochemical Ozone Creation Potential - POCP) ausgedrückt in C2H4-Äquivalenten bewertet die Menge schädlicher Spurengase, wie z.B. Stickoxid und Kohlenwasserstoff, die in Verbindung mit UV-Strahlung zur Bildung von bodennahem Ozon führen. Stickoxide allein bewirken keine Erhöhung der Ozonkonzentration.

Kohlenwasserstoffemissionen entstehen durch unvollständige Verbrennung, beim Umgang mit Ottokraftstoffen (Lagerung, Umschlag, Tanken etc.) oder wenn Lösungsmittel in die Luft gelangen. Hohe Ozonkonzentrationen treten bei hohen Temperaturen, geringer Luftfeuchtigkeit, wenig Wind sowie hohen Kohlenwasserstoffkonzentrationen auf. Sofern Kohlenmonoxid (CO - meist vom Verkehr) vorhanden ist, reagiert das gebildete Ozon zu Kohlendioxid (CO2) und Sauerstoff (O2), deshalb werden die höchsten Ozonwerte oft nicht in unmittelbarer Nähe der Emissionsquellen sondern eher in Reinluftgebieten (z.B. Wäldern) gemessen, in denen kaum CO vorhanden ist.

Ozonschichtabbaupotenzial (ODP)
Das Ozonschichtabbaupotenzial (englisch Ozone Depletion Potential – ODP) beschreibt welchen schädigenden Einfluss ein Stoff auf die Ozonschicht hat. Bekanntermaßen schützt die Ozonschicht der Erde die Umwelt vor zu starker Erderwärmung und schädlicher Strahlung, die zu Tumorbildung und Störung der Photosynthese führen kann. Sie kann jedoch durch Stoffe wie Fluorchlorkohlenwasserstoff (FCKW), die das Ozon in der Atmosphäre zerstören, gefährdet werden.
Das Ozonabbaupotential einer chemischen Verbindung ist eine Maßzahl für den relativen Effekt des Abbaus der Ozonschicht, die durch den Stoff ausgelöst werden kann, bezogen auf die im Montreal-Protokoll mit dem ODP-Wert 1 festgelegte Substanz Trichlorfluormethan. Fluorchlorkohlenwasserstoffe haben ein Ozonabbaupotenzial um 1. Bromierte Stoffe haben in der Regel höhere Ozonabbaupotenziale im Bereich von 5 bis 15, da Brom aggressiver mit Ozon reagiert.

Versauerungspotenzial (AP)
Die Versäuerung oder AP (Acidification Potential) wird hauptsächlich durch die Wechselwirkung von Stickoxid (NOx) und Schwefeldioxidgasen (SO2) mit anderen Bestandteilen der Luft verursacht. Diese reagieren in der Luft zu Schwefel- und Salpetersäure und fallen als „saurer Regen" zu Boden. Saurer Regen ist u.a. Ursache für Waldsterben, Fischsterben oder die Schädigung von historischen Gebäuden.
Die Versäuerung ist im Gegensatz zum GWP kein globales, sondern ein lokales Phänomen. das Säurebildungspotential AP wird relativ zu Schwefeldioxid angegeben und für jede säurewirksame Substanz in eine Äquivalenzmenge Schwefeldioxid umgerechnet.

Primärenergiebedarf
Der Primärenergiebedarf ist ein Indikator zur Beschreibung der Energieeffizienz und des ressourcenschonenden Umgangs bei der Energienutzung. Der Primärenergiebedarf eines Systems umfasst zusätzlich zum eigentlichen Nutzungsenergiebedarf auch jene Energiemenge, die durch vorgelagerte Prozessketten bei der Gewinnung, Umwandlung und Verteilung des Energieträgers benötigt wird.
Als Primärenergie bezeichnet man in der Energiewirtschaft die Energie, die mit den natürlich vorkommenden Energieformen oder Energiequellen zur Verfügung steht, etwa als Kohle, Gas oder Wind. Im Gegensatz dazu spricht man von Sekundärenergie oder Energieträgern, wenn diese erst durch einen (mit Verlusten behafteten) Umwandlungsprozess aus der Primärenergie gewandelt werden.
Der Primärenergiebedarf von Baustoffen und Gebäuden wird im Rahmen von Ökobilanzen ermittelt.

Sekundärbrennstoffe
Ersatzbrennstoffe bzw. Sekundärbrennstoffe sind Brennstoffe, die aus Abfällen gewonnen werden. Mit zunehmender ökonomisch-ökologischer Bedeutung der Nachhaltigkeit wächst ihr Anteil an der Rohstoffwirtschaft kontinuierlich. Bis heute sind weder die Aufbereitung noch das Produkt Ersatzbrennstoff gesetzlich definiert, wobei zwischen festen und flüssigen Ersatzbrennstoffen unterschieden wird.

Nicht-erneuerbare Ressourcen
Nicht-erneuerbare Ressourcen sind Rohstoffe, deren Entstehung sich nicht in menschlichen, sondern in geologischen oder astronomischen Zeiträumen vollzieht. Jede Verwendung solcher Rohstoffe, die nicht durch Recycling rückgängig gemacht werden kann, widerspricht dem Prinzip einer ökologischen Nachhaltigkeit